Krummöls / Schlesien
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Ehrung für verdiente Krummölserin

Theresia Schindler aus Krummöls mit der Goldenen Ehrennadel der Caritas ausgezeichnet

Ittenbach, im Juli 2009 - In hohem Alter ist Theresia Schindler mit der Goldenen Ehrennadel der Caritas für Ihr großes, soziales Engagement geehrt worden.

Theresia Schindler, geboren 29.11.1925 in Krummöls, ist 1946 nach der Vertreibung aus ihrer Heimat mit den Eltern und drei Geschwistern zunächst bis nach Pirna in Sachsen gekommen. Hier bleibt die Familie nach der Flucht und versucht heimisch zu werden.  Aber im Laufe der Zeit werden in Pirna die Freunde immer weniger, viele setzen sich aus der sowjetisch besetzten Zone in den Westen ab. Im Jahre 1954 geht auch die Theresia und lässt schweren Herzens ihre Lieben zurück. Ihre Freundin Elisabeth Döring hat ihr immer wieder geschrieben, dass sie es in Ittenbach im Siebengebirge gut angetroffen habe. Sie wünscht sich so sehr, dass ihre Freundin Theresia es ihr gleich tut.

Trotz allen Zuredens der Eltern und Geschwister, die sie zum Bleiben überreden wollen, macht sich die Thresel, wie sie von ihren besten Freundinnen und Freunden gerufen wird, mutig auf den Weg in den Westen. Bei Nacht und Nebel überquert sie schwarz die Grenze. Sie will nach Ittenbach, so wie es ihre Freundin ihr immer wieder in ihren Briefen ans Herz gelegt hat. Am 5. April 1954 kommt sie in Ittenbach an. Arbeit findet sie im Pilgerheim St. Lukas, wo alte Menschen betreut werden. Direkt gegenüber vom St. Lukasheim haben die Gottwalds, auch eine Familie aus Krummöls in Schlesien, eine neue Bleibe gefunden. Die Thresel ist doch nicht so allein in der Fremde, wie ihr die Eltern es prophezeit haben. Neben den Gottwalds, bei denen sie oft und gerne vorbei schaut, haben in Ittenbach auch die Familien Klant, Renner, Schumann, Steinert, Wache, Wallhoff und Winkler aus Krummöls eine neue Heimat finden müssen. Theresia wird fast 40 Jahre lang im Pilgerheim  St. Lukas in Ittenbach ihren Dienst am Menschen tun. Das Pilgerheim St. Lukas liegt in der Obhut der Schwestern „Zum Zeugnis der Liebe Christi“ aus Bredenscheid bei Hattingen. Theresia Schindler hat immer mehr als nur ihre Pflicht getan. Nach der Arbeit, so erzählt sie, müssen noch die Kartoffeln für den nächsten Tag geschält und das Gemüse geputzt werden, damit auch das Mittagessen für die alten Leute pünktlich auf dem Tisch stehen kann. Oft und gerne wird dabei gesungen und mit den Ordensschwestern der Rosenkranz gebetet. Danach schaut man noch mal nach den alten Menschen, ehe es selber zu Bett geht. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr ist die Nacht schon wieder zu Ende und das Tagewerk muss erneut begonnen werden. Immer geht es bis spät in den Abend hinein. Arbeit hat der Theresia nie etwas ausgemacht. Die Dankbarkeit der alten und hilfsbedürftigen Menschen geben ihr persönlich so viel zurück.

Zehn Jahre hat sie selbst im Lukasheim gewohnt, ehe sie sich in Ittenbach eine eigene Wohnung mietet. Im Laufe der Jahre brechen schwierige Zeiten für das Pilgerheim an. Nachwuchs bei den Ordensschwestern gibt es kaum noch. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts des vorigen Jahrhunderts verstirbt die Oberin, Schwester Fidelis. Im Jahr 1993 muss  das Pilgerheim St. Lukas auf Grund gesetzlicher Auflagen als Altenheim geschlossen werden. Aber für die Thresel geht  es im benachbarten Haus Nazareth weiter. Das Haus Nazareth ist ein Wohnhaus für Menschen mit geistiger Behinderung. Nun hat Theresia Schindler, gesund und munter im Alter von 83 Jahren, bei einer Feier in Niederkassel im Juli 2009 die goldene Ehrennadel der Caritas erhalten. Sie erhält diese Auszeichnung für das große, ehrenamtliche Engagement für geistig behinderte Menschen im Haus Nazareth, dem sie auch lange Jahre nach ihrer Pensionierung immer noch verbunden ist. Ein ruhiges Rentnerdasein kommt für die Thresel nicht in Betracht. Nach wie vor ist sie für die bedürftigen Menschen zur Stelle, sei es um sie zu begleiten, ein liebes Wort zu sprechen oder einfach nur um da zu sein.

Wir alle haben ihr für das, was sie für die Gesellschaft zeitlebens aufopferungsvoll geleistet hat, tief zu danken und ihr herzlich zu dieser Ehrung zu gratulieren.

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