Krummöls / Schlesien
Krummöls / Schlesien

Auf Spurensuche ...

Sonja Dobkowitz, Studentin, 22 Jahre alt, hat eine Oma, die aus Krummöls stammt. Zurzeit studiert Sonja in Prag. Die tschechische Hauptstadt ist nicht weit von Schlesien entfernt. Was liegt näher, als die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen und eine Stippvisite in die Heimat der Vorfahren zu unternehmen. Ihre Fahrt beginnt mit dem Zug von Prag nach Breslau und von dort weiter mit dem Bus. Sie hat über Ihre Reise im November 2012 Tagebuch geführt und wir dürfen Auszüge und Bilder veröffentlichen.

Schleisches Tagebuch - Teil 1

Blick aus dem Internat - Meine Bleibe in Liebenthal

22.11.2012 - Nachdem ich gestern Abend in Liebenthal (Lubomierz) angekommen bin, ist dies mein erster Tag in Schlesien. Ich wache in einem sehr gemütlichen Bett auf, es erinnert mich an die Betten bei meiner Oma. Frische Luft kommt durch das Fenster hinein und zum ersten Mal kann ich alles bei Lichte betrachten. Ein Blick aus dem Fenster eröffnet mir eine weite, unberührte Landschaft.

Das Frühstück, eine Milchsuppe mit Teigeinlagen, Brot und Schinken, nehme ich zusammen mit den Damen des Hauses, den Hausmeisterinnen, ein. Sie sprechen Deutsch und sind sehr bemüht, helfen mir mit meinen Plänen und sorgen dafür, dass ich auch ja genug esse. Die Verpflegung hier im Internat ist wirklich gut und reichlich.

Dann mache ich mich auf zur Bushaltestelle, entscheide mich aber spontan, meinen ersten Morgen doch in Krummöls Oleszna Podgórska zu verbringen. Auf dem Weg dorthin komme ich an vielen kleinen Häusern vorbei. Ich lasse mir Zeit; Hähne krähen und Hunde bellen.

Krummöls - Schutz vor Hochwasser Höhe Schule

Als ich in Krummöls ankomme, fällt mir zunächst der Kirchturm mit seinem schiefen Kreuz auf der Spitze auf. Ich besuche den Friedhof; von dort aus sehe ich nichts als Felder und die Ausläufer eines Waldes. Nun mache ich mich auf die Suche nach dem Haus, in dem meine Oma aufgewachsen ist. Ich gehe durch das ganze Dorf, bin mir aber nie sicher; ich kenne das Haus nur von alten Bildern und die Hausnummern sind jetzt andere. Nummer 85 soll es damals gewesen sein. Ich gehe an der krummen Ölse entlang, wo zurzeit Arbeiten zum Hochwasserschutz stattfinden. An einem Haus, Nummer 86, frage ich den Besitzer nach den ehemaligen Bewohnern. Es ist das Haus von Wolscht. Leider kann er mir nicht auf der Suche nach Winklers Haus weiterhelfen.

Am Ende des Dorfes angekommen, entscheide ich mich, Herrn Onsowicz einen Besuch abzustatten. Es gibt Tee und Streuselkuchen und wir gucken uns ein Buch mit alten Postkarten aus Greiffenberg (Gryfów Slaski) an. Später kommt sein Vater hinzu. Er war damals nach dem Krieg nach Krummöls gekommen. Er und seine Familie waren aus ihrer Heimat in Polen nach Sibirien gebracht worden waren, er und sein Bruder kamen dann etwa 16 Jahre später in die ehemaligen deutschen Gebiete. Mir kommt der Gedanke, dass viele Schicksale mit Krummöls verbunden sind; die einen gingen, die anderen kamen, alle unfreiwillig. Dies sieht man auch an dem Zustand der Häuser im Dorf, erzählt mir Herr Onsowicz, viele müssten renoviert werden. Für mehr als 30 Jahre gaben die Polen die Hoffnung nicht auf, wieder in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen, deshalb pflegten sie die Häuser nicht wie ihre eigenen. Der Vater meint sich zu erinnern, dass das ehemalige Haus Nummer 85, von Liebenthal kommend vor der Kirche liegt, Herr Onsowicz, ist nicht seiner Meinung, dennoch versuche ich es. Das Haus könnte tatsächlich dort stehen, doch sicher bin ich mir nicht.

Ein Blick auf Krummöls von meinem Wanderweg - Im Hintergrund die Berge des Isergebirges

Zurück nach Liebenthal nehme ich den Weg über die Hügel, die nach Liebenthal schauend, links des Baches liegen. Von dort kann ich Krummöls und Liebenthal sehen. Mein Weg führt mich an Rehen und Kühen vorbei; über Wiesen, durch Wald- und Sumpfgebiet und endet auf einem Bauernhof. Die Bäuerin erklärt mir den Weg und nach einer Viertelstunde komme ich erschöpft im Internat an.

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Aktuelles

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Jedes Jahr im Mai, genauer am zweiten Samstag im Mai, ist wieder Krummölser Kirmes im Haus Schlesien in Königswinter. Also, schon mal vormerken für 2017.

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Breslau ist in diesem Jahr die Kulturhauptstadt Europas. Aus diesem Anlass hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. An Wochenenden und Feiertagen verkehrt zwischen Berlin und Breslau ein Kulturzug mit besonderem kulturellem Angebot während der Fahrt. Der Fahrpreis für eine Strecke beträgt 19 EURO.

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Seminarveranstaltung im Kloster Liebenthal

Im Oktober/November 2015 veranstaltete die Brücke/Most-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Herbert-Wehner-Bildungswerk unter der Leitung von Prof. Dr. M. Pfüller und Susanne Gärtner eine Bildungsfahrt in die Region Niederschlesien. Hier konnte jetzt das Veranstaltungsangebot des Vereins Kloster Liebenthal genutzt werden. Näheres erfährt man auf dem Marktplatz.

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Neu in Liebenthal: Klostermuseum und Verein "Klasztor Lubomierz"

"Klasztor Lubomierz", so nennt sich der Verein, der am 3.2.2014 in das Vereinsregister des zuständigen Bezirksgerichts in Breslau eingetragen wurde. Auf Deutsch übersetzt heißt der Verein "Kloster Liebenthal". Über die Aktivitäten des Vereins werden wir zukünftig auf der eigens hierfür eingerichteten Sonderseite berichten.

Geschichtsverein Kreis Löwenberg / 800-Jahr-Feier Stadt Lähn

Seit kurzem gibt es einen neuen Verein, der sich mit der Historie des Kreises Löwenberg beschäftigt und sich der Pflege der Erinnerung und Erhaltung in der Region verschrieben hat.
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Virtueller Spaziergang durch Liebenthal

Die kleine Stadt Lubomierz, früher Liebenthal, hat einen virtuellen Stadtführer im Internet, der sehr gut gemacht und gelungen ist. Wer  sich über Liebenthal heute informieren will, wird dort bestens informiert und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Probieren Sie es hier aus.

Bürgerfahrt nach Polen

Das Komitee der Städtepartnerschaft Bad Honnef - Wittichenau organisiert im September 2014 eine Städtefahrt nach Polen. Mit auf dem Programm steht der Besuch der Stadt Lubomierz (Liebenthal), die ebenfalls eine Partnerschaft mit der Stadt Wittichenau in Sachsen verbindet. Mehr Information für Interessierte finden Sie hier

150 Jahre katholisches Lehrerseminar in Liebenthal

Lesen sie hier den Bericht von Doris Baumert zum 150jährigen Jubiläum der altehrwürdigen Lehranstalt.

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Bad Honnef, den 03.11.2012
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Gemäldeversteigerung in Krummöls

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Ittenbach, Juli 2009 - Die aus Krummöls gebürtige Theresia Schindler wird für ihr großes, soziales Engagement geehrt.

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