Krummöls / Schlesien
Krummöls / Schlesien

 

Gründung des Königl. Katholischen Lehrerseminars im Jahr 1863

150jähriges Schuljubiläum in Liebenthal

Von Doris Baumert

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Schlesien katholische Schullehrerseminare in Breslau, Ober-Glogau und in Peiskretscham. Als das Provinzial-Schulkollegium in Breslau eine weitere Anstalt für 60 Seminaristen im Regierungsbezirk Liegnitz errichten wollte, wurde der Augenmerk auf die Städte Grüssau, Haynau, Goldberg und Lüben gerichtet. Dem damaligen Liebenthaler Bürgermeister Thomas ist es zu verdanken, dass das zu dieser Zeit sehr abgeschieden gelegene Städtchen überhaupt in Betracht gezogen wurde; in seinem Brief vom 7. August 1853 führte er die friedliche und moralische Gesinnung der Einwohner sowie die günstigen Kirchen- und Schulverhältnisse an und verwies auf die geringe Ausdehnung des Ortes, die wenig Gelegenheit zur Zerstreuung und Verführung biete, statt dessen aber eine sorgfältige Überwachung der Zöglinge ermögliche. Auch die Bereitschaft des Magistrats, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, dürfte sich positiv für den Standort Liebenthal ausgewirkt haben.

Das Seminar bei der 50-Jahr-Feier im Jahr 1913

Wenn auch bereits am 28. November 1853 der Regierungs- und Schulrat Barthel zwecks Verhandlungen und Bauplatzbesichtigung nach Liebenthal kam, zog sich die Angelegenheit noch jahrelang hin und erst Ende 1859 erstellte der Königliche Baumeister Steiner in Löwenberg den vom Ministerium angeordneten vollständigen Bauplan, der sich an dem neuerrichteten, evangelischen Seminar in Münsterberg orientierte. Daraufhin wurde zwar der Kauf des betreffenden Grundstücks genehmigt, aber vollzogen werden konnte dieser Kauf- und Tauschvertrag erst am 27. Januar 1860.

Nachdem nun alle Probleme aus der Welt geschafft waren, wurde der Königliche Baumeister Grun am 17. April 1860 mit dem Bau nach den Plänen Steiners beauftragt. Diverse Vorarbeiten mussten erledigt werden, so dass die feierliche Grundsteinlegung am 7. November 1860 erfolgte. In den folgenden Jahren entstand im südlichen Teil von Liebenthal das katholische Lehrerseminar in folgender Ausführung:

Das Hauptgebäude in Form eines Mittelbaus mit Glockenturm, an das sich zwei gleich große Seitenflügel anschlossen, von denen der östliche Flügel mit dem Betsaalgebäude verbunden wurde. Das Gebäude wurde aus Bruchsteinen erbaut, der untere Sockel aus Quadern, der obere mit Sandsteinplatten verblendet. Nur der Mittelbau und die vier Eckpfeiler wurden aus Sandsteinquadern hergestellt. Das Dach wurde verschalt und mit englischem Schiefer gedeckt. Zusätzlich zum Hauptportal, das mit einem Kreuz und zwei betenden Engeln verziert wurde, erhielt das Gebäude vier Nebeneingänge: einen an der Westseite für die Lehrer, einen am hinteren Mittelbau, einen an der Verbindungshalle für das Gesinde und einen auf der Ostseite zum Betsaalgebäude.

 

Im Keller befanden sich die Räume für Brennmaterial und Vorräte, die Waschküche mit Roll- und Bügelstube, die Kochküche mit Speisekammer und Gesindestube, eine Backstube und eine Badestube, aber auch die Druckpumpe, die das Wasser aus dem Seminar-Brunnen in die Reservoirs im Dachgeschoss beförderte, von wo es durch ein Röhrensystem in alle Stockwerke geleitet wurde. Im Erdgeschoss wurden der große Speisesaal, zwei Musikzimmer, sechs Wohnräume für Seminaristen, zwei Krankenzimmer und die Wohnung des Hauswirts eingerichtet. Der erste Stock beinhaltete die Wohnung des Direktors, drei Unterrichtszimmer, einen Unterrichtsraum für physikalische Instrumente sowie Bibliothek, Konferenzzimmer, Reserve-Wohnzimmer für Seminaristen, Orgelzimmer mit Anschluss zum Bet- und Musiksaal und zwei Musikzimmer. Im zweiten Stock waren drei Schlafräume mit je 24 Betten, ein Schlafraum mit 12 Betten, ein Waschraum mit 22 Waschtischen, die aus der Wasserleitung gespeist wurden, und ein Saal zur Aufstellung von Schränken untergebracht. Auf dem Dachboden gab es lediglich eine Räucherkammer, einen Verschlag für die Uhr und einen Raum für die Wasser-Reservoirs.

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